Ja, aber in erleichterter Form. Ein fotorealistisches KI-Bild ist nach den Leitlinien ein Deepfake (Rn. 113, 114). Bei offensichtlich künstlerischen oder kreativen Werken genügt es, die KI-Herkunft so offenzulegen, dass der Genuss des Werks nicht gestört wird (Art. 50 Abs. 4 Satz 3 KI-VO, Rn. 119, 123). „Offensichtlich“ legen die Leitlinien eng aus (Rn. 122).
Kennzeichnung erforderlich, erleichterte Form möglich
Ein fotorealistisches KI-Bild ähnelt Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen, die es gibt oder geben könnte. Das reicht nach den Leitlinien aus. Ein KI-Produktbild, das die Wahrnehmung des Produkts beeinflussen kann, nennen sie ausdrücklich als Beispiel.
Rn. 113 ii · Rn. 114 · Beispiel nach Rn. 116
Für offensichtlich künstlerische, kreative, satirische oder fiktionale Werke gilt eine erleichterte Pflicht: die KI-Herkunft offenlegen, ohne den Genuss des Werks zu stören. Hat das Bild zugleich einen werblichen Zweck, geht die normale Kennzeichnung vor. Das normale Label bleibt eingestellt.
Art. 50 Abs. 4 Satz 3 KI-VO · Rn. 119 · Rn. 122 · Rn. 123
Diese Einstufung folgt den Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50 KI-VO. Die Leitlinien sind nicht verbindlich, verbindlich auslegen kann nur der Europäische Gerichtshof. Die Entscheidung treffen Sie.
Das Beispiel
Ein Posterstore verkauft fotorealistische KI-Landschaften als Kunst, etwa Nebel über einem Bergsee, den es so nicht gibt.
Die Antworten im Pflicht-Check
- Wurde bei diesem Bild ein KI-Werkzeug eingesetzt, um es zu erstellen oder zu verändern?
Ja - Wer hat das KI-Werkzeug eingesetzt?
Ich selbst oder jemand aus meinem Team - Wann wurde das Bild mit KI erstellt oder zuletzt mit KI verändert?
Am 2. August 2026 oder später - Was hat die KI an diesem Bild gemacht?
Sie hat das ganze Bild erzeugt. - Wie wirkt das Bild auf jemanden, der es zum ersten Mal sieht?
Wie ein echtes Foto oder eine echte Aufnahme - Ist das Bild selbst Teil eines Kunstwerks, einer Satire oder einer Fiktion, und ist das für jeden sofort erkennbar?
Ja, das Bild ist das Kunstwerk, das ich verkaufe
Diese Antworten im Pflicht-Check anpassen
Wann sich das Ergebnis ändert
- Wirbt das Bild für ein anderes Produkt, etwa eine Kerze vor der KI-Landschaft, gilt die normale Kennzeichnung (Rn. 122, KI-Produktbild).
- Wirkt das Bild wie ein echtes Gemälde, wird die Kennzeichnung empfohlen, weil die Leitlinien diesen Fall nicht ausdrücklich entscheiden (Rn. 113 iii).
- Für Comics, Fantasiewesen oder physikalisch Unmögliches ist das Label nach den Leitlinien nicht erforderlich, wenn es niemanden täuschen kann (Illustration).
- Ein Produktbild, das das Poster in einem KI-Raum zeigt, ist Werbung für das Poster (Print-on-Demand-Mockup).
Was Sie tun
- Kennzeichnen Sie jedes Motiv mit „AI“ und dem Zusatz „KI-generiert“.
- Prüfen Sie Rechte Dritter, wenn ein Motiv einem bestehenden Werk oder einer realen Person ähnelt. Das Label schützt davor nicht (Rn. 124).
So kann der Hinweis lauten

Label: AI · KI-generiert
KI-generiertes Bild
Dieses Bild wurde vollständig mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Es ist keine Fotografie.
Häufige Fragen
Was heißt erleichterte Form konkret?
Nach dem Code of Practice darf das Zeichen außerhalb des Bildes stehen, aber angrenzend, etwa in der Oberfläche daneben. Es muss ohne eigene Handlung wahrnehmbar sein (Code, Commitment 3).
Quellen
Rn. steht für die Randnummer in den Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50, C(2026) 5054.
- Leitlinien der Kommission zu den Transparenzpflichten nach Art. 50 KI-VO, C(2026) 5054 finalEuropäische Kommission · Kommission · 20.07.2026
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung)EUR-Lex · Gesetz · 12.07.2024
- Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content (finale Fassung)Europäische Kommission · Verhaltenskodex · 10.06.2026

