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AI-Label
Ratgeber · KanäleStand 11. Oktober 202610 Primärquellen

KI-Kennzeichnung in Google Merchant Center und Google Shopping

Im Produktfeed für Google gelten neben Art. 50 KI-Verordnung Googles eigene Regeln zu Metadaten, zur KI-Label-Einstellung und zu Overlays.

Google Merchant Center verlangt, dass mit generativer KI erstellte Produktbilder den IPTC-Eintrag DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia tragen, für image_link, additional_image_link und lifestyle_image_link (Hilfe 14743464). Eingebettete Metadaten dürfen nicht entfernt werden.

Eigene KI-Labels im Bild sind seit Juli 2026 erlaubt und verstoßen laut Google nicht gegen die Regeln zu Overlays und Wasserzeichen (Hilfe 17231950), gehören aber nicht in die äußersten Ecken. Ihre Pflicht nach Art. 50 KI-Verordnung nimmt Google Ihnen nicht ab.

Was Google für KI-Bilder verlangt

Laut Hilfeseite 14743464 muss jedes mit generativer KI erstellte Bild den IPTC-Eintrag DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia tragen, in den Feed-Attributen image_link, additional_image_link und lifestyle_image_link.

Erhalten bleiben sollen auch die Werte CompositeSynthetic (Zusammenstellung mit synthetischen Elementen) und AlgorithmicMedia (rein algorithmisch erzeugt). Eingebettete Metadaten dürfen Sie nicht entfernen, ausdrücklich auch bei Bildern aus Googles eigenen Werkzeugen wie Product Studio.

Offen ist der Wert für Fotos, die mit KI nur teilweise verändert wurden, etwa durch einen neuen Hintergrund. Google Search unterstützt dafür compositeWithTrainedAlgorithmicMedia, das Merchant Center nennt ihn nicht. Wer sicher gehen will, dass der Feed den Eintrag erkennt, kann compositeSynthetic wählen. Die Werte erklärt C2PA, IPTC und Metadaten.

KI-Texte: structured_title und structured_description

Für KI-erzeugte Produkttitel und Beschreibungen verwenden Sie statt oder neben title und description die Attribute structured_title und structured_description. Jedes hat zwei Unterattribute: digital_source_type mit dem Wert trained_algorithmic_media und content mit dem Text. Das ist eine Google-Vorgabe. Nach den Leitlinien zu Art. 50 fallen gewöhnliche Produktbeschreibungen nicht unter die Kennzeichnungspflicht für Texte, außer bei Aussagen etwa zu Gesundheit, Verbrauchersicherheit oder Nachhaltigkeit (Rn. 131).

Overlays und Wasserzeichen: der scheinbare Widerspruch

Die allgemeine Bildspezifikation des Merchant Center (Hilfe 6324350) führt Overlays und Wasserzeichen weiterhin als Ablehnungsgrund, ohne ausdrückliche Ausnahme für KI-Labels. Die neuere Hilfeseite 17231950 sagt dagegen, eigene KI-Labels in Anzeigen und Listings verstoßen nicht gegen die Richtlinien zu Text-Overlays und Wasserzeichen. Ebenso das Änderungsprotokoll der Google-Ads-Richtlinien vom 9. Juli 2026, nach dem seit Juli 2026 Text- oder Bildlabels in KI-Creatives erlaubt sind.

Die neuere, speziellere Seite regelt die KI-Labels, andere Overlays und Wasserzeichen bleiben ein Ablehnungsgrund. Halten Sie das Label deshalb klar als KI-Hinweis erkennbar: das Zeichen „AI“, auf Wunsch mit kurzem Text, ohne Werbebotschaft.

Die KI-Label-Einstellung im Merchant Center

Unabhängig vom Label im Bild können Sie ein Asset im Merchant Center als mit KI erstellt oder bearbeitet markieren. In den Produktdetails unter „Manage images“ wählen Sie das Bild, öffnen das Drei-Punkte-Menü oben rechts und dort „Manage AI label“ (deutsch „KI-Label verwalten“), wählen die Option, übernehmen und speichern. Dieselbe Einstellung gibt es bei Product Studio und bei Video-Assets. Laut Google wirkt sie so:

Google schreibt, dass die Funktion die Einhaltung bestimmter Vorschriften nicht sicherstellt, und rät zu rechtlicher Beratung. Nach den Leitlinien dürfen sich Betreiber innerhalb sehr großer Onlineplattformen auf deren Kennzeichnungswerkzeuge stützen (Rn. 126). Wie weit das für die Google-Einstellung trägt, ist nicht geklärt. Ist das Bild ein Deepfake, empfehlen wir deshalb die Google-Einstellung und zusätzlich ein sichtbares Label im Bild.

Platzierung im Bild: Ecken meiden

Labels in den äußersten Ecken und an den Rändern können laut Google je nach Anzeigeformat abgeschnitten werden, ganz ausschließen kann Google das nicht. Für eine Feed-Fassung mit eingebranntem Label empfehlen wir mindestens 5 % der Bildbreite Abstand zum Rand und eine Zeichenhöhe von etwa 8 % der kürzeren Bildseite. Das sind eigene Werte, weder Google noch der Code nennen Maße. Zur Gestaltung siehe Gestaltung des Labels. Eine Bildkopie mit Label erstellt das Label-Werkzeug im Browser.

Shopify: kommen die Metadaten im Feed an?

Ihr Produktfeed verweist auf die Bilddatei, die Ihr Shop ausliefert, bei Shopify eine Adresse im Shopify-CDN. In der Shopify-Community wurde gemeldet, dass dieses CDN XMP-Metadaten entfernte. Shopify-Mitarbeiter schrieben am 27. Juli und am 4. September 2026, das Problem sollte behoben sein. Ein offizielles Änderungsprotokoll gibt es nicht. In unserem Test am 3. Oktober 2026 blieb der Eintrag einer Datei erhalten, im Original, verkleinert und als WebP. Für Ihre eigenen Bilder öffnen Sie eine Bildadresse aus dem Feed im Metadaten-Prüfer.

Zwei typische Ursachen für fehlende Einträge liegen vor Shopify. Freisteller und erneute Exporte schreiben eine neue Datei, oft ohne Metadaten.

Schritt für Schritt: Shop und Feed

  1. Einordnen. Klären Sie je KI-Bild, ob es ein Deepfake ist, etwa mit dem Pflicht-Check, und notieren Sie Ergebnis und Fundstelle.
  2. Originaldatei verwenden. Laden Sie die Datei aus dem KI-Werkzeug hoch, keinen Screenshot oder Re-Export.
  3. IPTC ergänzen. Fehlen Eintrag und C2PA-Manifest, tragen Sie DigitalSourceType mit dem IPTC-Werkzeug nach. In Dateien mit C2PA nichts schreiben, das Manifest würde ungültig.
  4. Im Shop kennzeichnen. Setzen Sie das Label als Overlay auf allen Flächen, auf denen das Bild erscheint (siehe Kennzeichnung im Onlineshop). Der Feed erhält so das unveränderte Original.
  5. Ausgelieferte Datei prüfen. Öffnen Sie die Bildadresse aus dem Feed im Metadaten-Prüfer.
  6. KI-Label-Einstellung setzen. Markieren Sie jedes KI-Bild unter „KI-Label verwalten“.
  7. Feed-Fassung mit Label. Für Deepfakes empfehlen wir zusätzlich eine Fassung mit eingebranntem Label abseits der Ecken. Kopieren Sie die Metadaten in die neue Datei.
  8. Vorschau kontrollieren. Nach dem Abruf muss das Label in der Merchant-Center-Vorschau vollständig zu sehen sein, und das Bild darf nicht abgelehnt sein.
  9. Dokumentieren. Halten Sie fest, welche Bilder im Feed welche Fassung tragen.

Das Label im Shop wirkt nur im Shop. Für Google Shopping, Meta-Anzeigen, Newsletter, Marktplätze und andere eigene Kanäle sorgen Sie selbst für die Kennzeichnung, siehe KI-Kennzeichnung auf Plattformen.

Häufige Fragen

Muss ich KI-Bilder in Google Merchant Center kennzeichnen?

Ja, über die Metadaten. Mit generativer KI erstellte Bilder brauchen den IPTC-Eintrag DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia (Hilfe 14743464). Ihre sichtbare Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO bleibt davon unberührt.

Welchen IPTC-Wert verlangt Google für KI-Bilder?

TrainedAlgorithmicMedia für mit generativer KI erstellte Bilder. CompositeSynthetic und AlgorithmicMedia sollen erhalten bleiben, compositeWithTrainedAlgorithmicMedia nennt nur Google Search.

Darf ein KI-Label im Produktbild bei Google Shopping stehen?

Ja. Laut Google verstoßen eigene KI-Labels in Anzeigen und Listings nicht gegen die Regeln zu Text-Overlays und Wasserzeichen (Hilfe 17231950, Ads-Änderungsprotokoll vom 09.07.2026).

Warum steht in der Bildspezifikation noch, dass Overlays verboten sind?

Die allgemeine Bildspezifikation (Hilfe 6324350) hat keine Ausnahme erhalten. KI-Labels regelt die speziellere Seite 17231950, andere Overlays und Wasserzeichen bleiben ein Ablehnungsgrund.

Entfernt Shopify die IPTC-Metadaten aus Produktbildern?

Das wurde gemeldet. Shopify-Mitarbeiter schrieben im Juli und September 2026, es sollte behoben sein, und in unserem Test vom 3. Oktober 2026 blieb der Eintrag erhalten. Prüfen Sie Ihre Bildadressen mit dem Metadaten-Prüfer.

Reicht die KI-Label-Einstellung von Google für Art. 50?

Das ist nicht geklärt, und Google schreibt selbst, dass die Funktion die Einhaltung von Vorschriften nicht sicherstellt. Bei Deepfakes empfehlen wir zusätzlich ein sichtbares Label im Bild.

Quellen

Rn. steht für die Randnummer in den Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50, C(2026) 5054.

  1. Google Merchant Center: KI-generierte InhalteGoogle · Plattform · 03.10.2026
  2. Google Merchant Center: Einstellungen für KI-LabelsGoogle · Plattform · 03.10.2026
  3. Google Merchant Center: Bildlink (Bildanforderungen)Google · Plattform · 03.10.2026
  4. Google Merchant Center: Bildmetadaten erhaltenGoogle · Plattform · 01.02.2024
  5. Google Ads, Änderungsprotokoll: Labels in KI-CreativesGoogle · Plattform · 09.07.2026
  6. Google Search Central: Bildmetadaten (IPTC, C2PA)Google · Plattform · 10.12.2025
  7. Shopify Community: CDN entfernt IPTC-MetadatenShopify Community · Plattform · 04.09.2026
  8. IPTC NewsCodes: Digital Source TypeIPTC · Standard · 23.10.2024
  9. Leitlinien der Kommission zu den Transparenzpflichten nach Art. 50 KI-VO, C(2026) 5054 finalEuropäische Kommission · Kommission · 20.07.2026
  10. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung)EUR-Lex · Gesetz · 12.07.2024

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